Naturgefahren-Monitoring und Frühwarnsysteme

Wir messen Veränderungen dort, wo Gefahrenprozesse entstehen, und machen sie für Verantwortliche nachvollziehbar – vom laufenden Überblick bis zum Lagebild nach dem Ereignis.

Was ein Frühwarnsystem leisten muss

Für eine Gemeinde oder einen Infrastrukturbetreiber beantwortet ein Frühwarnsystem drei Fragen: Wie ist die Lage gerade jetzt? Kommt ein Ereignis – und wann? Was ist passiert und wer ist betroffen?

GMD® kombiniert dafür Messungen im Einzugsgebiet, automatische Auswertung in GeoSenseAI® und – wo sinnvoll – Drohnenbefliegungen. Das Ergebnis ist eine durchgängige Kette vom Messwert bis zur Entscheidungsgrundlage.

Die Systeme unterstützen Entscheidungen. Warnungen der Behörden, Sperren und Einsätze bleiben in der Verantwortung der zuständigen Stellen.

Sensorstation in einem alpinen Wildbachgerinne

Drei Stufen der Frühwarnung

  1. Laufend

    Now-Casting

    Ampelstatus je Einzugsgebiet aus Pegel-, Niederschlags- und Bewegungsdaten. Nutzen: Vorwarnstufe auslösen, Pikett und Material bereitstellen.

  2. Bei Schwellenwertüberschreitung

    Frühwarnung

    Automatische Benachrichtigung der festgelegten Empfänger. Nutzen: Straßen, Bahnstrecken oder Wanderwege rechtzeitig sperren – ohne Beobachtungsposten vor Ort.

  3. Nach dem Ereignis

    Lagebild

    Befliegung, Geländevergleich und betroffene Objekte im digitalen Zwilling. Nutzen: fundierte Entscheidungen zu Räumung und Wiederöffnung, lückenlose Dokumentation.

Gefahrenprozesse und Messkonzepte

Welche Sensorik sinnvoll ist, hängt vom Prozess und vom Standort ab. Die folgenden Konzepte passen wir nach einer Standortanalyse an.

Murgänge und Wildbäche

Murgänge entstehen im Oberlauf, oft abseits von Siedlungen. GMD® erfasst Pegel und Niederschlag und ergänzt sie um Erschütterungsmessungen im Bachbett. So werden Geschiebebewegungen sichtbar, die ein reiner Pegel nicht zeigt. Für die nächste Ausbaustufe entwickelt GMD® ein Geophon-Netz, das sich selbst per Funk vernetzt. [GMD MUSS PRÜFEN: Entwicklungsstand Geophon-Mesh für die Außendarstellung freigeben]

Starkregen und Hochwasser

In kleinen Einzugsgebieten und Stadtbächen bleibt nach Starkregen wenig Reaktionszeit. Pegel- und Fließgeschwindigkeitsmessungen an Zubringern zeigen, wie schnell das Wasser steigt. Plötzliche Pegelsprünge können auf Verklausungen an Brücken oder Durchlässen hinweisen.

Steinschlag und Felssturz

Seismische Sensoren und Beschleunigungsmessungen erfassen Erschütterungen und Mikrobewegungen an Felswänden, historischem Mauerwerk und Schutzbauten. Die Daten helfen, Instandhaltung gezielt zu planen.

Hangbewegungen

Rutschungen entwickeln sich häufig über Tage bis Monate. Neigungs- und Bewegungssensoren zeichnen langsame Veränderungen auf; GeoSenseAI® stellt sie gemeinsam mit Niederschlag und Bodenfeuchte dar.

Lawinen

Ergänzende Messdaten, etwa zu Schnee und Wetter an kritischen Hängen, unterstützen Lawinenkommissionen und Betreiber bei ihrer Beurteilung. [GMD MUSS PRÜFEN: Leistungsumfang und Referenzen Lawinen bestätigen]

Waldbrand

Sensorbasierte Früherkennung in gefährdeten Waldgebieten ergänzt Beobachtung aus der Luft und aus dem All. [GMD MUSS PRÜFEN: Reifegrad und Freigabe Waldbrand-Angebot]

So läuft ein Projekt ab

  1. Standort- und Gefahrenanalyse

    Begehung, vorhandene Gefahrenzonenpläne und Ereignisdaten, Abstimmung mit Gemeinde und Fachstellen.

  2. Messkonzept und Bewilligungen

    Auswahl der Sensorik und Standorte, Schwellenwerte, Alarmierungskette; Klärung nötiger Bewilligungen, etwa für Drohnenflüge.

  3. Installation

    Montage im Gerinne, am Hang oder in der Steilwand – bei schwer zugänglichem Gelände mit Industriekletterern.

  4. Inbetriebnahme und Kalibrierung

    Datenanbindung an GeoSenseAI®, Kalibrierung der Schwellenwerte zur Vermeidung von Fehlalarmen, Einschulung der Nutzer.

  5. Betrieb und Wartung

    Laufende Überwachung der Messtechnik, Wartung, Auswertungen und Anpassung an neue Erkenntnisse.

Häufige Fragen

Ersetzt ein Frühwarnsystem von GMD® die amtliche Warnung?

Nein. GMD®-Systeme liefern Messdaten, Schwellenwert-Warnungen und Lagebilder als Entscheidungsgrundlage. Amtliche Warnungen, Sperren und Einsatzentscheidungen bleiben in der Verantwortung der zuständigen Behörden und Einsatzorganisationen.

Wie werden Sensoren ohne Stromanschluss betrieben?

Die Sensoren sind energieautark ausgelegt und übertragen ihre Daten per Funk. Damit lassen sie sich auch in Gerinnen, Steilwänden und im Hochgebirge ohne bestehende Infrastruktur einsetzen.

Wie lange dauert es bis zum laufenden Betrieb?

Das hängt von Standort, Zugänglichkeit und nötigen Bewilligungen ab. Nach einer Standortanalyse erhalten Sie einen konkreten Zeitplan. [GMD MUSS PRÜFEN: typische Projektdauer ergänzen]

Muss die Gemeinde die Anlage kaufen?

Nein. Sensorik und Plattform sind auch im Mietmodell erhältlich. GMD® übernimmt dabei Betrieb, Wartung und Auswertung.

Wer hat Zugriff auf die Daten?

Die Zugriffsrechte legen Sie fest: Führungsstab, Feuerwehr, Fachstellen oder Betreiber erhalten jeweils passende Ansichten. Datenhaltung und Nutzungsrechte werden vertraglich geregelt. [GMD MUSS PRÜFEN: Hosting-Standort und Datennutzungsregelung bestätigen]

Weiter: die Plattform GeoSenseAI® und Sensorik und Technologie

Welcher Gefahrenprozess betrifft Ihren Standort?

Wir prüfen gemeinsam mit Ihnen, welches Messkonzept sinnvoll ist.