Auf der Nordkette bewegen sich pro Woche rund 15.000 Menschen — Wandernde, Mountainbiker, Trailrunner, Kletterer. Wo sie sich wann konkret aufhalten, war bislang eine Schätzung. GMD® erfasst Frequenzen, Bewegungsrichtungen und Spitzenzeiten mit radarbasierter Sensorik: ohne Kamerabild, ohne Personenerkennung, ganzjährig.

Die Messdaten werden in Echtzeit auf der KI-basierten Analyseplattform GeoSenseAI® ausgewertet und dem Deutschen Alpenverein bereitgestellt.
Der Nutzen entsteht nicht aus dem Einzelwert, sondern aus der Verbindung der drei Größen. Ein Füllstand von 60 Prozent bedeutet bei starkem Zufluss etwas anderes als bei versiegender Quelle. Ein hoher Verbrauch ist unkritisch, solange der Zufluss ihn trägt.
GeoSenseAI® stellt diese Zusammenhänge dar und macht Entwicklungen sichtbar, die im Tagesbetrieb untergehen: Wie verändert sich die Schüttung über die Saison? Wie reagiert die Quelle auf eine Trockenperiode? Wie lange reicht die Reserve bei aktuellem Verbrauch?
Damit verschiebt sich die Betriebsentscheidung von der Erfahrung auf die Datenlage — und, was betrieblich entscheidender ist, sie wird früher möglich. Ein Rückgang, der sich über zwei Wochen abzeichnet, lässt Handlungsspielraum. Ein leeres Becken lässt keinen.
Für die Übertragung stand keine bestehende Infrastruktur zur Verfügung. GMD® hat deshalb ein eigenes Datennetz aufgebaut, das die Messwerte vom Quellwasser-Auffangbecken bis zur GeoSenseAI®-Plattform führt.
Der Aufbau erfolgt in zwei Stufen: Vom Sensorknoten zur Sammelstelle über eine energiesparende Funkstrecke im Gelände, von dort über Mobilfunk / Satellit an die Plattform.
Der Planungsaufwand lag dabei weniger in der Technik als in der Topografie: Jeder Standort muss messtechnisch sinnvoll und funktechnisch erreichbar sein. Im Hochgebirge schließen sich diese beiden Anforderungen häufig aus — die Lösung entsteht erst durch die Kombination aus Standortbegehung, Sichtverbindungsanalyse und der Möglichkeit, Zwischenstationen zu setzen.

Deutscher Alpenverein (DAV) — mit über 1,5 Millionen Mitgliedern der größte Bergsportverband der Welt. Der DAV setzt sich über sein Netzwerk aus Hütten, Wegen und Schutzgebieten seit Jahrzehnten für den Natur- und Ressourcenschutz im Alpenraum ein. Die Neue Prager Hütte gehört dem Bundesverband unmittelbar.
GMD® GmbH — verifiziertes GreenTech-Unternehmen und Verified Social Enterprise mit Sitz in Innsbruck. Verantwortlich für Konzeption, Sensorik, Datennetz, Installation und Plattformbetrieb.
Ergebnisse
Betriebssicherheit. Seit Inbetriebnahme im
Juni 2026liefert das System kontinuierlich Daten zur Wasserverfügbarkeit — Verfügbarkeit99,8,% einschließlich der unbewirtschafteten Wintermonate.Planungsgrundlage. Der Hüttenbetrieb verfügt erstmals über eine belastbare Aussage zur verbleibenden Reserve statt über eine Schätzung.
Datenreihe. Kontinuierliche Messung über
14 Monate— Grundlage für die Beurteilung des Quellverhaltens über mehrere Saisonen und für klimaadaptive Wassermanagementstrategien.Übertragbare Erkenntnisse. Diese Pilotprojekt kann 1:1 auf weitere Schutz- und Berghütte angewandt werden. Dadruch besteht hoches skalierungspotenzial.
Übertragbarkeit
Das Pilotprojekt ist von beiden Partnern als Modell angelegt: Die Erkenntnisse sollen mittelfristig auf weitere Hüttenstandorte und Schutzgebiete übertragen werden.
Der methodische Kern — autarke Erfassung von Zufluss, Speicherung und Entnahme an einem Standort ohne jede Infrastruktur — ist dabei nicht auf Schutzhütten beschränkt. Er gilt ebenso für Quellfassungen von Gemeinden und Wasserverbänden, für Beschneiungsanlagen und für Betriebe mit eigener Wasserentnahme. Wenn Monitoring auf 2.796 Metern funktioniert, funktioniert es auch an einer Quellfassung im Tal.