Auf der Nordkette bewegen sich pro Woche rund 15.000 Menschen — Wandernde, Mountainbiker, Trailrunner, Kletterer. Wo sie sich wann konkret aufhalten, war bislang eine Schätzung. GMD® erfasst Frequenzen, Bewegungsrichtungen und Spitzenzeiten mit radarbasierter Sensorik: ohne Kamerabild, ohne Personenerkennung, ganzjährig.

Der Klettersteig Hafelekar und der Arzler Trail zählen zu den meistfrequentierten Zielen an der Innsbrucker Nordkette – der eine ein stark genutzter Klettersteig, der andere eine beliebte Mountainbike-Strecke mit gemischter Nutzung durch Wanderer, Mountainbiker und Downhill-Fahrer. Für die Abteilung Waldschutz des Landes Tirol fehlte bislang eine belastbare, datenschutzkonforme Grundlage darüber, wie viele Personen die Wege zu welchem Zeitpunkt tatsächlich nutzen.
Am Klettersteig Hafelekar wird ein anonymes, radarbasiertes Monitoring-System installiert, das die Besucherfrequenz – insbesondere von Kletterern – präzise erfasst. Am Arzler Trail kommen zusätzlich Radarsensoren zum Einsatz, die gezielt Fahrradbewegungen registrieren und mittels KI-gestützter Analyse zwischen Wanderern, Mountainbikern und Downhill-Fahrern unterscheiden.

Die Ergebnisse des Monitorings dienen der Abteilung Waldschutz als Grundlage für drei Anwendungsfelder:
Ergebnisse
Betriebssicherheit. Seit Inbetriebnahme im
Juni 2026liefert das System kontinuierlich Daten zur Wasserverfügbarkeit — Verfügbarkeit99,8,% einschließlich der unbewirtschafteten Wintermonate.Planungsgrundlage. Der Hüttenbetrieb verfügt erstmals über eine belastbare Aussage zur verbleibenden Reserve statt über eine Schätzung.
Datenreihe. Kontinuierliche Messung über
14 Monate— Grundlage für die Beurteilung des Quellverhaltens über mehrere Saisonen und für klimaadaptive Wassermanagementstrategien.Übertragbare Erkenntnisse. Diese Pilotprojekt kann 1:1 auf weitere Schutz- und Berghütte angewandt werden. Dadruch besteht hoches skalierungspotenzial.
Übertragbarkeit
Das Pilotprojekt ist von beiden Partnern als Modell angelegt: Die Erkenntnisse sollen mittelfristig auf weitere Hüttenstandorte und Schutzgebiete übertragen werden.
Der methodische Kern — autarke Erfassung von Zufluss, Speicherung und Entnahme an einem Standort ohne jede Infrastruktur — ist dabei nicht auf Schutzhütten beschränkt. Er gilt ebenso für Quellfassungen von Gemeinden und Wasserverbänden, für Beschneiungsanlagen und für Betriebe mit eigener Wasserentnahme. Wenn Monitoring auf 2.796 Metern funktioniert, funktioniert es auch an einer Quellfassung im Tal.